Die FutterFeli
Wissenschaftliche & unabhängige Futterberatung für Pferde

FAQ

Macht es als Einsteller Sinn, das Heu analysieren zu lassen?

Aus meiner Sicht, definitiv JA! Aber warum?
Heu bzw. Gras sollte immer das
Grundnahrungsmittel unserer Pferde darstellen- bei Bedarf in Kombination mit anderem Raufutter, wie z.B. Heulage oder Stroh. Damit ist klar, dass die Qualität des Heus einen sehr großen Einfluss auf den Ernährungs- und damit auch Gesundheitszustand unserer Pferde hat. Natürlich hast du als Einsteller in der Regel keinen Einfluss auf die Heuqualität. Umso wichtiger ist aber, dass du das Grundfutter einschätzen, die Ration ggf. anpassen und mit einem passenden Mineralfutter ergänzen kannst.

Welche Werte liefert eine Heuanalyse?

  • Energie: Wie viel Energie nimmt mein Pferd auf? Muss ich die Ration anpassen?
  • Eiweiß: Reicht das Eiweiß, um u.a. Muskelabbau zu verhindern?
  • Mengen- und Spurenelemente: Welche Mengen- und Spurenelemente sind im Heu schon ausreichend vorhanden und welche sollten über das Mineralfutter ergänzt werden?
  • Verderb: Mein Pferd hat immer wieder Husten oder Kotwasser - ist das Heu mit Schimmelpilzen, Hefen o.ä. kontaminiert?

Besonders bei über- bzw. untergewichtigen Pferden ist ein passendes Heu mit entsprechend wenig oder viel Energie schon die halbe Miete und erspart neben Nerven und Geld im Zweifel auch viel Managementaufwand (Abspecken vs. Zufüttern, Folgeerkrankungen vs. Mangelerscheinungen, ...)!


Das Blutbild als Spiegel der Mineralstoffversorgung?

Oft hört man, dass der Tierarzt ein großes Blutbild machen soll, damit man die Fütterung entsprechend anpassen kann.
Doch macht das wirklich Sinn?
Fakt ist, dass Blut ein Transport- und
kein Speichermedium ist! Die Mineralstoffe werden immer zunächst dorthin transportiert, wo lebenswichtige Funktionen aufrecht erhalten werden müssen. In Bezug auf die Mineralstoffversorgung stellt ein Blutbild also eine Momentaufnahme dar.

Welche Nährstoffe aus dem Blutbild lassen Rückschlüsse auf die Fütterung zu*?

  • Eiweiß (Über-/Unterversorgung)
  • Magnesium (extreme Über-/Unterversorgung)
  • Selen (aktuelle Versorgung)
  • Zink, Kupfer, Iod (nur bei extremen und langfristigen Mängeln)
  • Vitamine E + D

Die Versorgung mit den restlichen Mengen- und Spurenelementen lässt sich nur bedingt aus dem Serum- bzw. Plasmagehalt ableiten. Lässt sich ein Mineralstoffmangel im Blut nicht durch die Ration erklären, kommen bspw. Resorptionsstörungen (Magen-, Leberprobleme) oder auch Verdrängungsreaktionen durch andere Mineralstoffe als Ursache in Frage.
Organspezifische Werte
(Leber, Niere) hingegen können wichtige Hinweise für die Rationserstellung liefern und ermöglichen bei Bedarf eine gezielte nutritive Unterstützung.

Das Blutbild sollte also immer im Zusammenhang mit einer Rationsanalyse und dem klinischen Bild betrachtet werden!



*Quelle: Vervuert, I. (2020): Kapitel 8: Diagnostik zur Überprüfung einer adäquaten Energie- und Nährstoffversorgung, S. 265-270. In: Coenen, M. und Vervuert, I. (2020): Pferdefütterung, 6. Auflage.



 
 
 
 
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